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Beifall für die jungen "Schauspieler" vom Tremser Teich: Im Großen Haus präsentieren sie das Projekt "Oper macht Schule".

Artikel aus den Lübecker Nachrichten vom 07. Mai 2014, von Sabine Risch

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Auftritt im Großen Haus des Theaters: Die Schüler stellen ihre Projekte - hier Werbeplakate für die Oper - auf der Bühne vor.

 

Das war eine ganz besondere Premiere, noch dazu eine doppelte: Bei ihrer nachmittäglichen Vorstellung, moderiert von Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein, zeigten rund 100 Siebt- bis Neuntklässler, was sie in diesem Schuljahr mit ihren Lehrern einzelner Kurse und in Kooperation mit Akteuren des Theaters Lübeck erarbeitet haben und nun erstmals gemeinsam auf die Bühne brachten. Premiere feierte gestern auch das Projekt "Oper macht Schule" der Haukohl-Stiftung. "Es war ein Experiment, das viele unkonventionelle Gedanken erforderte", brachte es Kost - Tolmein auf den Punkt.

Kein einfaches Experiment, denn Förderer Michael Haukohl wollte mit dieser Kooperation bewirken, auch Jugendliche für die Sparte Oper zu interessieren. Und das ausgerechnet mit dem eher unbekannten Werk "Der Zwerg" von Alexander Zemlinsky nach Oscar Wildes" The Birthday of the Infanta". Doch die Schülerinnen und Schüler näherten sich mit ihren Kursleitern dem Stück auf höchst vielfältige Weise: Im Deutschunterricht charakterisierten sie die beiden Hauptfiguren, Infantin und Zwerg, es gab in der einstündigen Präsentation englischsprachige Comics, eine Fotostory, die Schülerinnen und Schüler stellten ihre in Schuhkartons gebauten Bühnenbildervor, erklärten ihre Werbeplakate und zeigten per Power - Point-Präsentation das "Making of" von Kostümen.Bild 3

Zwei Schülerinnen hatten sogar echte Kostüme für die Infantin genäht: Angelina entschied sich für eine Robe aus dem 16. Jahrhundert (in dieser Zeit spielt die Oper um die spanische Thronfolgerin und den Zwerg), während Julia eine moderne Variante für die Infantin entwarf. Beide schlüpften in die Kostüme und präsentierten sie dem begeisterten Publikum. "Das war schon toll", sagt Julia, "dass wir im Unterricht Gelegenheit hatten, so etwas zu machen", sagt sie. Beraten wurden die Schülerinnen von Sabine Rietman und Katia Diegmann von der Kostümwerkstatt des Theaters. Auch die drei Raps, die die Schüler zum Zwerg getextet und vertont hatten, wurden vom Publikum mit viel Beifall bedacht.

Nicht alles ging hundertprozentig glatt - ein kleiner verpatzter Einsatz hier, pubertäre Kicher-Anfälle dort. Was der Freude an der Präsentation aber keinen Abbruch tat. Und der Freude an dem gelungenen Experiment ebenso wenig. "Dafür, dass es ein völlig neues Format ist, bin ich wirklich sehr zufrieden" , sagte Michael Haukohl nach Ende der Vorstellung. Aber wie das bei neuen Formaten nun einmal ist, kann man einiges lernen: "Beim nächsten Mal sollten die Schüler die Oper selbst früher sehen, nicht erst nach ihrer Projektarbeit", sagt er. Erst am Freitag, 9. Mai, besuchen die Jungen und Mädchen vom Tremser Teich die Oper "Der Zwerg". Gestern bekamen sie zwei kleine Kostproben, denn Katharina Kost-Tolmein hatte das Musiktheater-Ensemble für zwei Szenen auf die Bühne geholt. Auch Schulleiter Jörg Haltermann sieht für eine Zweitauflage des Projektes noch Änderungsbedarf. Es sei - auch für seine Schule- sehr aufwendig gewesen, "aber wenn ich heute die Ergebnisse sehe, dann hat sich der Aufwand allemal gelohnt!" Schon jetzt scheint festzustehen: Das neue Format wird wiederholt. Schon bald wollen sich die Kooperationspartner zusammensetzen.

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Wer Zuschauer will, muss werben: Auch damit haben sich die Schüler beschäftigt - und ließen ihre Kreativität spielen.
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