Bild Presse

Die Problematik sexueller Übergriffe unter Jugendlichen wird in den Medien, der Fachwelt, aber auch im Bereich von Jugendarbeit und Schule zunehmend diskutiert. Während in der Öffentlichkeit häufig besonders „krasse“ Übergriffe skandalisiert werden, erleben Mädchen und Jungen jedoch eher eine Vielfalt an verbalen, körperlichen und medialen sexuellen Übergriffen. Die Jugendlichen sollen im Rahmen der Ausstellung „ECHT KRASS“ für das Thema der sexualisierten Gewalt sensibilisiert werden.

Die Auseinandersetzung mit der Biografie erwachsener Sexualstraftäter:innen belegt, dass diese oft schon als Jugendliche gegen die sexuelle Selbstbestimmung verstoßen haben. Es ist daher sinnvoll, frühzeitig und präventiv zum Thema sexualisierter Grenzverletzungen zu arbeiten.
Die renommierte Ausstellung „ECHT KRASS“ vom Kieler Petze -Institut für Gewaltprävention bietet Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit dem Thema der Grenzüberschreitung und dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ausführlich zu befassen.
Die interaktive Ausstellung vermittelt den Jugendlichen an fünf Erlebnisstationen wichtige Grundlagen, um sexuelle Grenzverletzungen besser wahrzunehmen und sich gegen Übergriffe ggf. angemessen wehren zu können.
Zudem können im Rahmen der Ausstellung Wege aufgezeigt werden, wo und in welcher Form Hilfe, Unterstützung und Schutz gefunden werden können.
Rund 350 Schüler:innen der achten und neunten Klassen der Schule Tremser Teich und der Julius-Leber-Schule werden in der Zeit vom 28. Februar bis 10. März 2020 die Ausstellung besuchen.
Begleitet wird die Ausstellung von den städtischen Schulsozialarbeiter:innen beider Schulen. Um eine angemessene Atmosphäre für das Thema zu schaffen, werden die teilnehmenden Gruppen beim Besuch der Ausstellung nach ihrem Geschlecht getrennt begleitet.

Finanzielle Förderung erfährt das Projekt durch die Projektmittel der städtischen Schulsozialarbeit, welche von zwei weiteren Institutionen des Stadtteils in der praktischen Arbeit unterstützt wird.
So stellt der Jugendtreff des CVJM im Bürgerhaus Vorwerk-Falkenfeld die Räumlichkeiten für die Ausstellung zur Verfügung, während die Straßensozialarbeit des Internationalen Bundes (IB) mit ihrer mobilen Cocktailbar für eine anschließende Erfrischung sorgt. Diese bietet den Jugendlichen beim offenen Ausklang noch die Gelegenheit auf Wunsch weiter ins Gespräch zu gehen.

Eingeleitet wurde das Kooperationsprojekt von einem durch die Schulsozialarbeit angeregten Elternabend. Im Rahmen des Elternabends hielt Herr Pliesch vom Kinderschutzzentrum Lübeck einen einleitenden Vortrag. Im Anschluss hatten interessierte Erziehungsberechtigte die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild von der Ausstellung zu machen. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit mit den Schulsozialarbeiter:innen beider Schulen in den Austausch zu kommen.

Die Schulsozialarbeiter Herr Mentel und Herr Wintermann äußern die Notwendigkeit der kontinuierlichen Vorhaltung von Angeboten zu den in der Ausstellung behandelten Themen. Zusätzlich bestätigt sehen sie sich hierin durch die vielen positiven Rückmeldungen der jeweiligen Gruppen. Sie sehen es als überaus erfreulich an, dass dieses Jahr eine umfassende Kooperation ihrer beiden Schulen mit dem Kinderschutzzentrum, dem IB sowie dem Jugendtreff des CVJM gelungen ist.